Die Dreharbeiten nähern sich dem Ende und ich komme zum ersten Mal wieder dazu, in Ruhe für den Blog zu schreiben. Wir haben 11 Tage ohne Unterbrechung durchgefilmt und das bei meistens Minusgraden, draußen im Wald, mitten im Schnee. Es grenzt fast an ein Wunder, dass keiner durch Grippe ausgefallen ist und für das ganze Team steht fest, der nächste Film wird im Sommer spielen. Dass es einen nächsten Film geben soll ist aber schon sicher, denn wir sind alle begeistert und hochmotiviert von der Arbeit. Nach zahlreichen Kurzfilmen in den letzten Jahren ist es für uns nun vor allem ein brillantes Gefühl, ein so großes Projekt realisieren zu können. Wir haben viel von dem, was wir uns vorgenommen haben umgesetzt, sind aber auch an unsere Grenzen gestoßen. Vor allem aber haben wir unglaublich viel gelernt und wissen jetzt, dass wir einen Film von diesem Format wirklich umsetzen können.
Natürlich gab es Probleme, die gibt es immer und manchmal, wenn man so direkt vor ihnen steht, denkt man sich: Ah oh verdammt! Jetzt freue ich mich schon auf unsere „Letzte Klappe“-Feier (obwohl wir gar keine Klappe hatten), denn mit etwas Abstand betrachtet sind die Probleme doch eher unbedeutend und ergeben schöne Geschichten.
Da gab es einen Haufen Schauspieler die alle koordiniert werden wollten und dann doch wieder keine Zeit hatten. Da war eine große Elektronikfirma, die uns eine Kamera geben wollte am Tage X, dann hieß es plötzlich Tag Z, aber mit Hilfe von netten Leuten der Firma wurde es dann Tag Y. Es gab Leute die haben mir gesagt alles klar, kein Problem, das ist erledigt und wir haben uns darauf verlassen!!!! Wir hatten Gespräche mit Leuten, die sich auf einmal sehr, sehr, sehr wichtig vorkamen, wir hatten keine Ahnung, wer sie überhaupt waren. Wir haben im Wald eine Stunde mit den Forstarbeitern Holz gestapelt, damit der Lärm schneller vorbei ist und wir fortfahren können. Und wir haben erkennen müssen, dass es auch in der Provinz eine Menge, ja eine gigantische Menge Geräusche gibt.
Ein kleiner Auszug wäre: Zug (wir kennen jetzt den kompletten Fahrplan), Hund (er hat einfach zwei Stunden gebellt), Flugzeuge (brauchen sehr lange bis sie vorbei sind und das bei 900 Km/h), Forstarbeiter (sie sägen und stapeln Holz und fahren viel mit dem Auto rum), Das Tropfen von schmelzendem Schnee (es gab auch ein, zwei Tage die wärmer waren), alles mögliche Getier (der Wald ist voll davon) usw. usw.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und schöne Grüße aus Wien